Klotzbeute und Zeidlerbeute – frühe Formen der Imkerei
Klotzbeuten und Zeidlerbeuten standen vielerorts am Beginn der Imkerei. Sie gehören zu den ältesten vom Menschen genutzten Formen der Bienenhaltung und markieren den Übergang von der Wildbienennutzung zur planmäßigen Imkerei.
Die Klotzbeute ist eine vom Menschen künstlich hergestellte Bienenbehausung. Sie zählt zu den ältesten transportablen Bienenwohnungen und stellt eine wichtige Entwicklungsstufe innerhalb der Zeidlerei dar. Früheste archäologische Nachweise stammen aus der jungneolithischen Pfahlbausiedlung Arbon-Bleiche und datieren auf etwa 3380 vor Christus.
Die Klotzbeute war von der Elbe bis zum Ural weit verbreitet. Als eines der Hauptmotive für die oft menschenähnliche Gestaltung gilt der Wunsch, sich die Weisheit und Fruchtbarkeit des Bienenvolkes sinnbildlich einzuverleiben. Um diese Fruchtbarkeit auch figürlich zu betonen, wurden die Fluglöcher häufig im Genitalbereich der Figuren angebracht.
Nach und nach wurde die Klotzbeute jedoch durch den Strohkorb ersetzt. Aufgrund der einfachen und kostengünstigen Herstellung fand der Strohkorb rasch weite Verbreitung und löste die Klotzbeute in vielen Regionen ab.
Eine Klotzbeute besteht aus einem abgesägten, ausgehöhlten Baumklotz mit einer Nisthöhle von bis zu 70 Litern Volumen. Im Gegensatz dazu wird bei einem Zeidlerbaum eine Nisthöhle direkt in einen lebenden Baum gearbeitet. Öffnet man eine Klotzbeute oder einen Zeidlerbaum, offenbart sich ein faszinierendes, frei gebautes Wabenwerk.
Ursprünglich wurden Klotzbeuten und Zeidlerbäume auf natürliche Weise von Bienenschwärmen besiedelt. Die Honigernte ist jedoch problematisch, da zur Entnahme der Honigwaben das Wabenwerk aus dem Stamm herausgelöst werden muss. Dabei wird das Brutnest teilweise zerstört und das Volk geschwächt.
Auch das Schleudern der Waben – wie in der heutigen Magazinimkerei üblich – ist nicht möglich, was diese Betriebsweise aus heutiger Sicht wenig praktikabel macht.
