Entstehung unseres Lehrbienenstandes
Von der Idee zum Beschluss (1997–1998)
Als die Idee zum Bau eines Lehrbienenstandes im Juli 1997 bei der „Woche des Waldes“ geboren wurde, hatte niemand der Mitglieder eine Vorstellung davon, welche Hemmnisse und Probleme auf den Imkerverein zukommen würden, bis der Lehrbienenstand schließlich so Wirklichkeit wurde, wie wir ihn heute kennen.
Einmal in die Welt gesetzt, ließ die Idee eines Lehrbienenstandes Manfred Hornig nicht mehr los – auch wenn das Vorhaben bei vielen Vereinsmitgliedern zunächst mit Skepsis aufgenommen wurde. Die zentrale Frage war die Finanzierung. Der Bürgermeister und der Rat der Stadt Hallenberg sagten ein geeignetes Grundstück sowie Bauholz aus dem Stadtwald zu. Der Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker e.V. stellte zwar einen Zuschuss von 70 % in Aussicht, dennoch blieb eine erhebliche Finanzierungslücke.
Auf der Jahreshauptversammlung im April 1998 stellte Manfred Hornig die Baupläne vor und begeisterte mit seiner Idee die anwesenden Mitglieder. Nach intensiver Diskussion der möglichen Eigenleistungen wurde einstimmig beschlossen, das Projekt „Lehrbienenstand“ in Angriff zu nehmen.
Grundstück, Rückschläge und Aufbruch (1999–2000)
Ein geeignetes Grundstück wurde von der Stadt Hallenberg schnell zur Verfügung gestellt. Idyllisch gelegen, umgeben von Wald und Wiesen mit gutem Trachtangebot zu jeder Jahreszeit, nahe einer viel begangenen Wanderroute und gut erreichbar für Kindergärten und Schulklassen.
Auf der Jahreshauptversammlung 1999 wurde beschlossen, die Vereinssatzung zu ändern und die Gemeinnützigkeit zu beantragen, um leichter an Spendengelder zu gelangen. Die Baupläne waren bereits einem Architekten in Auftrag gegeben worden, als die Hiobsbotschaft folgte: Neue EU-Richtlinien bedeuteten das Aus für Zuschüsse zum Bau von Lehrbienenständen.
Damit befand sich der Verein in einer schwierigen Lage – hatte die Stadt Hallenberg doch bereits Holz aus dem Stadtwald zugesagt und erwartete die Umsetzung des Projekts. Reduzierungen der geplanten Baugröße und ein hohes Maß an Eigenleistung waren schließlich der einzige Ausweg. Danach ging es jedoch zügig voran.
Im August 1999 erhielt der Verein den Umweltschutzpreis „Klima 2000“ der Westfälischen Ferngas AG. Inzwischen war auch die Gemeinnützigkeit anerkannt, und örtliche Kreditinstitute unterstützten den Verein mit großzügigen Spenden. Besonders wertvoll waren jedoch die zahlreichen handwerklich begabten Mitglieder und der unermüdliche Einsatz von Manfred Hornig.
Nach Erteilung der Baugenehmigung im Frühjahr 2000 durch die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe konnten die Erdarbeiten beginnen. Im Laufe des Jahres entstand ein Vereinshaus mit Arbeitsraum und Veranda. Oberhalb wurde ein sechseckiger Pavillon für Schulungs- und Demonstrationszwecke errichtet.
Im Frühjahr 2001 folgten die Innenarbeiten und zahlreiche pädagogische Einrichtungen: ein Bienen-Schaukasten, ein Gestell mit Bienenkorb und Spiegel, eine Klotzbeute sowie zwei Bienenvölker im Pavillon für Schulungen und Vorführungen.
Einweihung und Wirkung bis heute (ab 2001)
Am 30. Juni 2001 wurde der Lehrbienenstand feierlich eingeweiht – unter Anwesenheit des Bürgermeisters der Stadt Hallenberg, Michael Kronauge, von Ortsvorstehern, Sponsoren sowie Vertretern des Landesverbandes Westfälisch-Lippischer Imker e.V. Bereits am Folgetag fand ein gut besuchter Tag der offenen Tür statt.
In den darauffolgenden Wochen besuchten zahlreiche Schulklassen und Kindergartengruppen den Lehrbienenstand. Der Zuspruch ist bis heute ungebrochen, und der LBS hat sich zu einem festen Bestandteil der regionalen Bildungs- und Vereinsarbeit entwickelt.
Was die Mitglieder des Imkervereins Hallenberg-Züschen vor über 20 Jahren geschaffen haben, hat nicht nur das Vereinsleben nachhaltig bereichert, sondern auch der Honigbienenhaltung in unserer Region neuen Auftrieb gegeben.
